| Auszüge aus dem Fall des "Tampon-Mörders" | |
| Der Tod an einem Freitagmorgen | |
| Die 37-jährige Lebensmittel-Verkäuferin Marie L. wurde bewusstlos von der Vermieterin aufgefunden. Die Frau verständigte sofort den Notarzt, der die Tölzerin um 7.45 Uhr ins Tölzer Krankenhaus brachte. Doch "alle Bemühungen waren vergebens, Marie L. starb am Freitagmorgen ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben", berichtete der Tölzer Kurier tags darauf. Ein Polizeibeamter vermutete offen gegenüber der Zeitung: Es ist durchaus möglich, dass Marie L. im Schlaf vergiftet wurde." | |
| Niemand kannte sie wirklich | |
| Da die Frau sehr zurückgezogen lebte und
auch bei ihrer Arbeit in einem Lebensmittelgeschäft Jungmayr-Platz wenig über ihr
Privatleben erzählte, kannte niemand die persönlichen Verhältnisse der ledigen Frau.
Durch Zufall erfuhr die Polizei nach dem Tod von Marie L., dass sie in letzter Zeit
öfters von Anton B. besucht wurde. Wie sich herausstellte, hatte der Chemie-Hilfsarbeiter
aus Dachau eine Beziehung mit der Tölzerin. Der 54-Jährige schwieg sich darüber jedoch
aus. Weder zu seiner Liebschaft wollte er etwas sagen, noch zum Tod von Marie L. |
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| Eine heimliche Liebesbeziehung | |
| Die Ermittler durchleuchteten das Leben des
54-Jährigen und stoßen dabei auf ein Verbrechen, das der Mann 1955 begangen hatte:
Damals hatte Anton B. versucht, seine körperbehinderte Ehefrau zu vergiften. Der Dachauer
machte ein Geständnis und wurde zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt.
Wegen seines Tablettenmissbrauchs wurde er unter Pflegschaft seiner Frau gestellt, die ihm
offenbar die Tat verziehen hatte. Die näheren Umstände sind aber nicht bekannt. Zusammen
mit zwei Kindern und der bösen Erinnerung lebte die Familie weiter gemeinsam in einer
Dachauer Sozialwohnung. Im Jahr 1973 lernte Anton B. die Tölzerin kennen, wie die Polizei
herausfand. |
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| Vergifteter Tampon wird entdeckt | |
Eine wesentliche
Wende in dem Kriminalfall bringt schließlich die zweite Obduktion: Ein Tampon im Körper
von Marie L., der bereits bei der ersten Untersuchung entdeckt worden war, soll in
Zyankali getränkt gewesen sein und damit die tödliche Vergiftung verursacht haben.
Professor Wolfgang Eisenmenger vom gerichtsmedizinischen Institut hatte den Zellstoff bei
der ersten Obduktion und der folgenden toxikologischen Untersuchung keine Beachtung
geschenkt, ihn aber auch nicht fortgeworfen. So konnte er nach der Exhumierung der Toten
nochmals toxikologisch untersucht werden. |
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Schlagzeile aus dem Tölzer Kurier:

Wie es in dem Prozess weiterging? Lesen Sie in den Mordsgeschichten.